Für Professionals
Psycho-Onkologie
Die psychoonkologische Behandlung ist an der Klinischen Abteilung für Onkologie ein integrativer Teil der Behandlung, sowohl während der unterschiedlichen medizinischen Therapien, als auch in der Nachsorge und wird auch für Angehörige angeboten.
Berichte über IPOS 2009 »
Lehre und Öffentlichkeitsarbeit
Die psychoonkologischen Konzepte und bisherigen Erkenntnisse werden sowohl in Vorlesungen, die Interne Medizin betreffend für MedizinstudentInnen sowie in speziell angebotenen Seminaren gelehrt.
Themenschwerpunkte sind:
- Coping
- Lebensqualität
- Ärztliche Kommunikation
- Psychoonkologische Interventionen
- Psychoneuroimmunologie
Es besteht die Möglichkeit Praktika im Rahmen des Psychologiestudiums, der Ausbildung zum/zur Klinischen PsychologIn und der psychotherapeutischen Ausbildung an der Abteilung zu absolvieren.
Internationale Kongresse
Vier internationale Symposien zur Psychoonkologie wurden in den Jahren 1998, 1999, 2003 und 2006 mit Beteiligung von weltweit anerkannten ExpertInnen in Graz von der Klinischen Abteilung für Onkologie und Psychoonkologie und mit der Österreichischen Plattform für Psychoonkologie www.oeppo.com mit großem Erfolg veranstaltet.
Seminare und Workshops
Unterschiedlich themenzentrierte Workshops für unterschiedliche Zielgruppen (ÄrztInnen, Schwestern, PsychologInnen, PatientInnen, und andere Interessierte) werden von den Klinischen PsychologInnen der Abteilung zu folgenden Themen angeboten
- Burn-out-Prophylaxe
- Kommunikation zw. Patient, Angehörige und den versch. Professionen
- Umgang mit Schwerkranken / Umgang mit Angehörigen
- Umgang mit Sterben und Tod
- Trauerarbeit
- Präventionsmaßnahmen
- Fatigue
- Interdisziplinäre Kommunikation
- Lebensqualität
- Indikation für psychoonkologische Betreuung
Vortragstätigkeit
Nationale und internationale Vortragstätigkeiten sind ein weiterer Schwerpunkt in der Arbeit der psychoonkologisch tätigen Klinischen PsychologInnen der Abteilung.
Psychoonkologische Forschung
Der Einfluss der künstlerischen Gestaltung der Bettenstation der Onkologie der Medizinischen Universitätsklinik Graz auf unterschiedliche Parameter der subjektiven Befindlichkeit (unterstützt durch den Verein für Krebskranke):
Anhand von drei Messzeitpunkten (vor bzw. unmittelbar und 10 Jahre nach der Umgestaltung der Station durch Friedensreich Hundertwasser) wurde bei den stationären PatientInnen der Zusammenhang zwischen der Umgestaltung der Station und ihrer emotionalen Befindlichkeit, der Ängstlichkeit bezogen auf die Krankheit, der Depressivität und die subjektive Einschätzung des Krankheitsverlaufs bzw. anderer psychologischer Parameter untersucht.
Wie kann der Bedarf an psychosozialer Unterstützung bei onkologischen PatientInnen effizient gemessen werden:
In der klinischen Praxis existieren bisher wenige spezifische Verfahren, die die systematische Auswahl betreuungsbedürftiger Krebspatienten für eine gezielte psychosoziale Unterstützung erleichtern. Ziel dieser Studie ist die Entwicklung eines einfachen, zeitökonomischen Messinstrumentes, welches die körperlichen, psychischen und sozialen Belastungen der PatientInnen evaluiert. Dieses Screening-Instrument sollte im klinischen Routinebetrieb einer universitären internistisch-onkologischen Abteilung so integriert werden, dass der Behandlungsbedarf der PatientInnen rasch erkannt werden kann aber auch dass der zeitliche und organisatorische Aufwand dafür gering bleibt. Dabei sollen zentrale Symptome oder Symptomgruppen (körperlich, psychische, soziale) festgestellt werden, die das Ausmaß der allgemeinen Belastung der PatientInnen beeinflussen. Diese Evaluierung soll dazu beitragen, den PatientInnen in individuell angepasste Behandlungsschritte noch effizienter anbieten zu können.
In einer zu diesem Ziel durchgeführten Pilotstudie wurden 100 PatientInnen im stationären und ambulanten Setting an Hand des adaptierten „Befindlichkeitsthermometers“ (J. Holland, USA), dem HADS sowie eines semistrukturierten Interviews auf ihre Belastungsreaktionen hin untersucht. Nach einigen Modifizierungen des semistrukturierten Interviews wurden weitere 148 PatientInnen rekrutiert. Die bisherigen Ergebnisse gehen mit dem derzeitigen Forschungsstand einher und zeigen, dass ca. ein Drittel der PatientInnen signifikant hoch belastet ist. Weitere Umsetzungsmöglichkeiten für den Gebrauch im klinischen Alltag werden in Kooperation mit der Arbeitsgruppe für Psychoonkologie Innsbruck (Holzner B.) entwickelt.
Symptomeinschätzungen im palliativen Setting: Patienten, Behandler und Angehörige im Vergleich
Eine genaue Einschätzung der Symptomsituation ist für die Effektivität der Behandlung und Betreuung von schwerkranken Menschen von besonderer Wichtigkeit. In einer Pilotstudie im Jahre 2002 wurden von 41 PatientInnen während eines stationären Aufenthalts (untersch. Stationen im LKH Graz) Selbst- und Fremdeinschätzungen über die aktuelle Symptomsituation erhoben, um eventuelle Unterschiede zw. Patient und Behandler bzw. Angehörige feststellen zu können. Weiters wurde untersucht, welche Faktoren mit unterschiedlichen Einschätzungen zusammenhängen. Nach einigen Modifizierungen und die Berücksichtigung zusätzlicher Faktoren (z.B. Einfluss des individuellen Distress auf die Einschätzung) wurde im Jahre 2005 eine weitere Studie in diesem Bereich an der Palliativstation durchgeführt. Es wurden 50 PatientInnen evaluiert. Die bisherigen Ergebnisse wurden beim 4. internationalen Psychoonkologiekongress in Graz präsentiert. Weitere Publikationen sind in Arbeit.
Psychologischer Distress und Coping bei Brustkrebspatientinnen: Einfluss von Alter, Partnerbeziehung und Aktivität (Beruf, Freizeitverhalten) Nationalbankprojekt ÖNB Nr. 9038 mit Unterstützung vom Verein für Krebskranke
Erhoben wurden Unterschiede in und Zusammenhänge zwischen Beschäftigungsstatus, Aktivitätsniveau, familiären Situation, Copingstrategien und dem Ausmaß an psychologischen Belastungsreaktionen von Mammakarzinompatientinnen und deren Partnern im Vergleich von Graz, Österreich und Jerusalem, Israel.
Psychologischer Distress und Coping bei Brustkrebspatientinnen : Langzeitfolgen und existentieller Sinn (Nationalbankprojekt ÖNB Nr. 10766 mit Unterstützung des Verein für Krebskranke)
Langzeit-Zusammenhänge der soziodemographischen Variablen (Alter, Partnerbeziehung und Beruf) und krankheitsbezogener Depression und Angst auf das Ausmaß des psychologischen Distress, das Copingverhalten, die Lebensqualität, den wahrgenommenen Sinn des Lebens und das rezidivfreie 5-Jahres-Überleben bei 210 Brustkrebspatientinnen und 70 Partnern werden evaluiert. (Auswertungsphase)
Der Einfluss sozialer Unterstützung auf geschlechtsspezifische Belastungsreaktionen und Coping bei Kolonrektalkarzinompatienten und Kolonrektalkarzinompatientinnen – eine interkulturelle randomisierte Studie zwischen Graz und Jerusalem (Nationalbankprojekt ÖNB- Nr.11527 mit Unterstützung vom Verein für Krebskranke)
In diesem Projekt sollen die Zusammenhänge der soziodemographischen Variablen, der medizinischen Basisdaten, der sozialen Unterstützung insbesonders die Partnerbeziehung und krankheitsbezogener Depression und Angst mit dem Ausmaß des psychologischen Distress, dem Copingverhalten und
der Lebensqualität, in besonderer Berücksichtigung des Genderaspektes von KolonrektalpatientInnen (je zur Hälfte weiblich bzw. männlich, zur Hälfte aus Graz bzw. Israel) an zwei Messzeitpunkten mit 6 Monaten Abstand untersucht werden.
Psychoneuroimmunologie: Einfluss einer psychosozialen Gruppenintervention auf die T und NK Zellfunktion von Patientinnen mit Mammakarzinom (Nationalbankprojekt ÖNB-Nr. 11179 mit Unterstützung des Verein für Krebskranke)
Diese laufende Studie wird anhand einer Stichprobe von Frauen mit Mammakarzinom zwischen 50 und 70 Jahren durchgeführt. Dabei soll ein möglicher Zusammenhang zwischen einer zu einer bestehenden bestmöglichen Behandlung zusätzlich erhaltenen edukativen psychosozialen Gruppenintervention und der T und NK Zellfunktion bzw. spezifischen psychologischen Parametern gemessen werden. Die Dauer dieser Gruppenintervention (Patientenschulung) erfolgt im Zeitraum von 8 Wochen mit einer jeweils pro Woche stattfindenden 2–stündigen Gruppensitzung.
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